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Wetter. Im ungeliebten Regenwetter konnte die
Schlamm verschmierte Heike Hundertmark mit dem siebten Rang im
Damenrennen überzeugen. Fotos (2): Heinrich Hendel Die Sonne blickte
erst am Nachmittag hervor. Bis dahin hatten es Regenschauer den
Teilnehmern und Zuschauern des vierten Ruhrbike-Festivals am
Harkortberg äußerst schwer gemacht. Die deutsche und internationale
Mountainbike-Elite trat zum Bundesliga-Finale an.
Berufsrisiko, sollte man meinen, wenn die Cross-Country-Fahrer durch
den Regen sausen. Von oben bis unten, von links bis rechts voller
Schlamm. Startnummern, geschweige denn Gesicht kaum noch erkennbar.
"Erst einmal sauber machen." Das Statement von Heike Hundermark nach
dem Zielfoto ist durchaus verständlich.
Regen mag die Hagener Mountainbikerin nicht. Worin sie mit Stefan Sahm,
dem neuen Bundesliga-Meister übereinstimmt. "Du bekommst den Dreck
überall hinein: Augen, Nase, Mund. Das Rad wiegt das Doppelte." Das
klingt wie eine Qual. Und das Ganze für 844 Euro - die bekommt nämlich
der Sieger des sechsten und letzten Bundesliga-Rennens.
Berufsrisiko.
Auch für Irina Kalentieva und Peter Riis-Andersen, die sich in den
Elite-Rennen diese Summe sichern. Für Heike Hundermark als Siebte gibt
es da schon deutlich weniger. Aber mit ihrem Abschneiden ist sie
zufrieden. "Ich kam oft ins Schlingern, war unkonzentriert, habe blöde
Fehler gemacht", hatte sie aber doch etwas zu meckern. Aber als Zehnte
in der Bundesliga-Gesamtwertung liegt sie letztendlich drei Punkte vor
Olympiasiegerin Gunn-Rita Dahle aus Norwegen, die aber auch nur einmal
startete.
Anne-Kathrin Hillenbach, wie Hundertmark aus Hagen stammend, für den
Veranstalter MBC Bochum im NRW-Kadertrikot fahrend, wurde von Siegerin
Kalerntieva überrundet, kam als Elfte ins Ziel. Im Rennen ärgerte sie
sich über Probleme mit der Schaltung und über die verpasste Chance,
unter die besten Zahn zu fahren. Aber danach strahlte die 23-Jährige
schnell wieder.
Und wohl noch mehr gestrahlt hätten die Verantwortlichen, wenn das
Wetter noch mehr mitgespielt hätte. "Wir werden wohl heute leiden, was
die Zuschauer angeht", ahnte Kay Obergfell, Pressesprecher der Stadt
Wetter. Auf knapp 4000 schätze er den Zuspruch am Tag der Eliterennen.
1500 kamen am vom Regen verschonten Tag des Marathons, den mit
Sicherheit Marco Intravaia vom RSC Tretlager Wetter im Gedächtnis
behalten dürfte. In 2:20:40 Stunden bewältigte er als bester Junior die
45 Kilometer durch den Wetteraner Süden, Witten und Gevelsberg. Und dem
noch nicht genug: Im Fun-Race folgte der zweite Sieg. Schnellste
heimische Starter insgesamt waren hier Wido Weide (Zee Aylienz, 13.
Senioren I in 2:14,27) und Andre Christoph (Team Speiche Wetter, 14.
Senioren I in 2:15,22).
Neben ihnen war auch Hajo Leitheußer, Cheforganisator vom MBC Bochum,
durchaus angetan vom vierten Ruhrbike-Festival: "Das hat alles gut
gepasst. Ich bin sehr zufrieden", hatten sein Team und rund 300
ehrenamtliche Helfer das Projekt Bundesliga erstmals gut geschultert.
"Ich finde, dass das Ruhrbike-Festival hierher gehört", ist er vom
großen Stellenwert der Veranstaltung im Bewusstsein der Fans und Fahrer
überzeugt. "Die Strecke ist technisch und konditionell anspruchsvoll.
Sie hat es in sich", zollte Nina Göhl dem Rundkurs auf dem Harkortberg
Respekt. Und die 22-Jährige, größte deutsche Nachwuchshoffnung, muss es
ja wissen. Auch Stefan Sahm lobte: "Die örtlichen Gegebenheiten sind
gigantisch."
14.08.2005 Von Sebastian Pyde
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