Tips und Tricks im Bikerleben
Nun, willkommen in der `Hohen Schule der Magie`.
Allhier findet Ihr AL´Kymia, die große Kunst des Vorbereitet-Seins. Manches von dem, was Ihr hier lesen könnt, mag Euch sonderbar erscheinen, Ihr könnt aber davon ausgehen, dass wir´s ausprobiert haben.
Mehr und abgefahrenere Tipps und Tricks dieses Themenbereichs gibt´s im `Roten Buch der Ai-Laine`.
1.Feuermachen
Nehmt alte Eierkartons, gießt sie mit Wachs (Paraffin) aus.
Das ergibt einen guten Feuerstarter.
Getrocknete Zitronen- oder Orangenschalen von behandelten Früchten eignen sich ebenfalls sehr gut zum Feueranmachen
Im Wald findet sich häufig an toten Birken trockene Rinde, die sich vortrefflich als Zundermaterial eignet. Sammelt dazu Harz von Nadelbäumen, das Ihr auf die Rinde schmiert, und Ihr erhaltet einen guten Feuerstarter.
Beim Feuermachen hebt Ihr zunächst eine kleine Kuhle aus, die Ihr mit Feldsteinen umgrenzt, damit das Feuer sich nicht ausbreiten kann.
Überflüssig ist sicherlich, zu sagen, dass man beim Feuermachen nicht einfach irgendwo irgendeinen Wald in Brand setzen darf. Benutzt Euren Kopf, er ist nicht nur dafür da, dass der Helm besser sitzt.
Sodann entzündet Ihr Euren Feuerstarter.
Zuvor habt Ihr dünnen Reisig von Fichten o.Ä. gesammelt, bleistiftdicke und fingerdicke Zweige.
Auf die Glut / die Flamme Eures Feuerstarters legt Ihr den Reisig, wenn der Feuer gefangen hat, schichtet Ihr die bleistiftdicken Zweige wie ein Zelt darum, dann die fingerdicken Zweige und zum Schluß könnt Ihr Äste darum schichten. Wenn Ihr Kloben darauf legt, nehmt zunächst leichtes, harzhaltiges Holz mit geringer Dichte, etwa von Nadelbäumen.
Erst wenn das Feuer sehr heiß brennt, nehmt Hartholzkloben, etwa von Buche oder Eiche. Das Feuer entzündet immer die älteste Frau ;-) oder der Älteste ;-) in der Gruppe, und es ist eine Ehre! (Echt?)
Es gibt verschiedene Feuertypen.
Sehr heiß wird zum Beispiel das Blockfeuer, das gitterförmig aus dicken Balken um ein gut brennendes `Grundfeuer` aufgeschichtet wird. Weitere Feuertypen findet Ihr im demnächst erscheinenden Roten Buch der Ai-Laine.
Imprägnieren
Ihr löst 125g Alaun (Kaliumaluminiumsulfat-12-hydrat KAl(SO4)2 . 12H2O) in wenig heißem Wasser auf, fügt 125 g Bleizucker (Bleidiacetat CH3COO)2Pb ) hinzu und gebt das Ganze in einen Eimer mit heißem Wasser, um den Stoff ganz darin zu tränken.
Diese Imprägnierung dünstet Schadstoffe aus, sollte also nicht unbedingt auf der Haut getragen werden, und auf keinen Fall auf die Erde oder das Grundwasser gelangen!!!
Nehmt Tonerde aus dem Reformhaus oder getrockneten Ton, stellt mit Essigessenz davon eine 10% ige Lösung her und tränkt die Stoffe darin längere Zeit.
Sammelt Harz von Nadelbäumen.
Bei milder Hitze lasst Ihr dieses weich und fließend werden und seit es durch.
Dabei darf es nicht kochen, am besten tut Ihr das im Wasserbad. Kocht Leinöl ca. 15 min lang auf und lasst es langsam abkühlen. Wenn es gerade nicht mehr siedet, fügt das warme Harz hinzu. (3:1). Sodann fügt Ihr einen Teil Bienenwachs und einen Teil Paraffinwachs (Kerzenwachs) hinzu. Dann lasst es erkalten und bügelt die Masse von der Kleidungsrückseite in den Stoff (auf links). Besonders gut eignet sich dat Janze zum Imprägnieren von Leder. Die Oberfläche wird sehr `rustikal´ durch diese Behandlung. Weitere Rezepte dieser Art findet Ihr im Roten Buch der AI-Laine.
Verhalten im Wald
1.Bleibt auf den Wegen.
Hört sich wie ein Gemeinplatz an, ist aber wohl keiner, bätsch. Singletrails und Forstwege bieten für Touren ausreichende Herausforderungen.
Der Wald ist ein Habitat und kein Sportgerät! Northshores gibt´s auch in Willingen, demnächst in Winterberg und sonst wo, fragt nach an dieser Stelle.
Illegale Strecken bringen ALLE Biker in Schwierigkeiten, siehe Nürnberger Northshores, wo mittlerweile auch das Tourenfahren fast nicht mehr möglich ist.
Wenn Ihr dabei `ertappt´ werdet, auf illegalen Strecken zu fahren, bleibt um Gotteswillen höflich und pampt Eure Häscher nicht auch noch von der Seite an, sondern schildert verbindlich und höflich Eure Sicht der Dinge.
Zeigt Euch bereit, Verantwortung für Euer Verhalten zu übernehmen, auch wenn der Gegenüber zornrot im Gesicht den Spazierstock schwingt.
Bietet Lösungsvorschläge und weist darauf hin, dass man das Problem nicht durch verbale oder physische Attacken lösen kann. (Gewalt ist keine Lösung...)
2.Haltet die Wildruhezeiten ein.
Bleibt also in der Dämmerung und nachts mit dem Bike, wenn möglich aus dem Wald.
Ihr würdet auch einigermaßen Panik bekommen, wenn Euch ein Buckelwal mit Badeschlappen, Sonnenbrille und Armani-Anzug in der Fußgängerzone entgegenkäme und dabei das Getöse eines Düsenjägers veranstalten würde, und Ihr regt Euch mit Recht darüber auf, wenn irgendso´n Heiopei mit tiefergelegter Karre Euch wild hupend und mit obszönen Gesten um sich werfend von der Straße drängt.
Das Wild fühlt sich eben so, wenn etwas Seltsames da umherschlittert, denn in der Welt des Waldes gibt es noch so was wie ´natürliche Feinde´, die man nicht mal eben, weil sie ja doofe Ohren haben, ausrotten kann, und vor diesen Feinden sind Tiere nun mal auf der Hut.
(Habt Ihr Angst vor der Vogelgrippe? RICHTIG Angst???) Aber dem nicht genug, wenn Menschen nervös sind, bekommen sie ein Magengeschwür und kauen an den Fingernägeln oder onanieren zwanghaft, das Wild aber kaut an jungen Trieben der Bäume und schadet so den Bäumen.
Die Bäume, die auch übrigens Lebewesen sind, reagieren mit Schwund und Tod.
Nicht sofort.
Nicht weil EIN Biker durch den Wald fährt, und es gibt eine ganze Menge anderer Faktoren, die den Wald und das Wild viel mehr gefährden.
Dazu bitte bei der DIMTB nachfragen (www.dimb.de). Aber wenn man etwas bewegen will, fängt man am besten an, vor der eigenen Haustür zu kehren.
3.Stichwort vor der eigenen Haustür kehren... KEEP THE DIRT CLEAN. Schmeißt keine Powerbarpapiere in den Busch, Bananenschalen verrotten, Plastik nicht.
Darunter fallen auch natürlich Coladosen und Dönerpapier.
Fahrt Ihr auf einer geschüppten Strecke, nehmt einen Spaten mit und stellt den Urzustand wieder her.
Keinesfalls schüppt neue Hindernisse, ohne die Locals vorher zu fragen.
Legt keine AA-Haufen auf den Double, das kommt nich´so gut.
Nehmt vor allem in den Bergen Eure Abfälle wieder mit zu Tale, so schwer können die gar nicht wiegen, zumindest sind leere Verpackungen nicht schwerer als Verpackungen mit Inhalt, an dem Ihr Euch zudem noch gestärkt habt, sodass Ihr wohl nicht daran zusammenbrechen werdet.
4.Reiter haben die Angewohnheit, auf Pferden zu sitzen.
Pferde haben die Angewohnheit, reichlich nervöse Fluchttiere zu sein, und außerdem wiegt ein Pferd so um eine Tonne.
Ihr wiegt inklusive Fahrrad etwa maximal 140 kg.
Somit ist es eine sehr schlechte Idee, von hinten mit Fullspeed auf so´n Zossen zuzusemmeln und „ACHTUNKKK“ zu brüllen.
Es muss ja nicht gleich scheuen oder durchgehen, aber es reicht, wenn es etwas tänzelt, damit Ihr Matsche seid.
Ganz zu schweigen davon, dass Ihr auch den Reiter damit gefährdet. Also, immer langsam, und wenn auch der Pulsmesser piept.
Grüßt nett, fragt, ob alles so in Ordnung ist, und kaum ein Reiter wird Euch anmachen, im Gegenteil, die meisten freuen sich, weil auch Reiter oft Probleme haben und genauso oft angepampt werden wie Mountainbiker.
5.ZACK,LÄCHELN!
Kommt Euch eine miesepetrig aus der Wäsche kuckende Rotsocke entgegen, schaut nicht genauso griesgrämg.
Lächelt, wünscht einen guten Tag, und Ihr werdet feststellen, dass auch die Rotsocke eigentlich lieber lächeln und den Tag genießen möchte.
Und macht einmal ein Experiment: Stellt Euch einmal auf eine schnelle Forststrasse und sagt Euren Freunden, dass sie irgendwann ohne Vorwarnung mit Mach 3 da runter ballern sollen, an Euch vorbei.
Stellt Euch dann noch vor, dass Ihr 70 Jahre alt seid und die Knochen nicht mehr so wollen wie noch vor 20 Jahren, und Ihr werdet auch den ach so verhassten Wandersmann verstehen.
Und wagt es mal, einfach nur so durch den Wald zu gehen, und macht dabei die Augen auf.
Ihr werdet bemerken, dass möglicherweise die Welt nicht schneller dreht, wenn Ihr schneller am Rad dreht... Slow down to speed up!!!
6.Spaziergänger sind keine Wanderer.
Spaziergänger haben meist keinen Bock, im Wald zu sein und sind meistens nur da, weil ihnen nix besseres eingefallen ist. Spaziergänger brechen sich die Stöckelschuhe auf dem Sentiero 601 ab und verklagen dann das Fremdenverkehrsamt.
Außerdem stehen viele Spaziergänger unter Strom, weil sie für so abartiges Zeug eigentlich keine Zeit haben und nur spazieren gehen, weil das nun mal zum Sonntag so dazugehört, wenn man schon nicht mehr in die Kirche geht, weil man ein verfickter Nihilist ist.
Und Spaziergänger hassen Euch, weil Ihr dreckig seid und unordentlich und ihre Fassade und Maskerade nicht greift, weil sie Euch ja eigentlich scheißegal sind, und weil Ihr Spaß habt und etwas tut, was Euch etwas bedeutet und sie nicht.
Spaziergänger sind durch die Tagespresse informiert worden, dass Mountainbiker den Wald kaputt machen und aus den Köpfen von Spaziergängern ihre Apfelsaftschorle trinken.
Nun, tut nicht dasselbe. Auch hier funktioniert das mit dem ZACK! LÄCHELN!
Wenn sie Euch auch hassen, unterliegen doch auch sie der gesellschaftlichen Prägung, dass man einen lächelnden Menschen nicht einfach so anpampen kann (manche zumindest).
Seid höflich und vertraut darauf, dass der Wald sich schon im Verein mit ihrer mangelhaften Adaptionsfähigkeit um sie „kümmern“ wird.
7.Wenn Ihr Euch verfahren habt, gibt´s ein paar einfache Tricks, um wieder auf den rechten Weg zu kommen.
Zunächst verschafft Ihr Euch vom nächsten Hügel aus einen Überblick.
Wenn das nicht möglich ist, sucht Euch einen Bachlauf und folgt dem ins Tal, meistens fließt der in einen Fluss und an einem Fluss findet sich zumindest ein Gehöft oder ähnliches.
Wenn Ihr Euch total verfranst habt, nehmt das Bike auf den Buckel (wie, die Freerideschüssel ist zu schwer und nicht zu schultern?...schade...) und tragt den Hang hoch, Hänge haben die Angewohnheit, auf den Gipfel zu führen.
In den Bergen (Alpen etc.) unterlasst das aber bitte, wenn Ihr nicht ein Fall für die Bergwacht werden wollt.
Im Zweifelsfall merkt Euch den Rückweg und dreht einfach um.
8.Stichwort Alpen etc....; in den Bergen ist es noch wichtiger als im Mittelgebirge, auf den Wegen zu bleiben.
Einmal, weil es im Mittelgebirge eher darum geht, keinen Stress zu bekommen als gravierende Erosionsschäden zu vermeiden, was in den Alpen und Dolomiten in erstaunlichem Maße der Fall ist... aus Erfahrung kann ich sagen, dass es reicht, versehentlich aus der Kurve zu fliegen und auf einer Wiese zu bremsen, um diese teilweise in ein Geröllfeld zu verwandeln, wenn man zwei Jahre wartet.
Die Vegetation im Gebirge, viel eher noch im Hochgebirge, ist extrem sensibel.
Die Pflanzen geben Euch die Luft zum Atmen und vieles mehr, nehmt ihnen nicht sinnlos ihr Leben!!!
Dann aber ist es auch so, dass man nicht wissen kann, wo denn die lustige Geröllfeldpartie endet, und nicht jeder heißt Joshua Bender und hat zudem noch ein Fahrrad, das einen 30 m-Drop ins Bodenlose aushält.
Zudem solltet Ihr in den Alpen auf alles gefasst sein.
Nehmt eine Rettungsdecke, Erste- Hilfe-Kit und einen kompletten Werkzeugsatz mit.
Vergesst auf keinen Fall, etwas zu essen und ausreichend zu trinken mitzunehmen und ein wenig Geld für den allergrößten Notfall.
Nehmt auf größere Touren im hochalpinen Gelände auch eine Taschenlampe und / oder einen Signalspiegel mit, um NOTFALLS ...---... (SOS) zu geben. Missbraucht keinesfalls das Notsignal in den Bergen (eigentlich nie...)
Auch ein Handy ist hilfreich, meistens aber nur wenn man in der Gruppe fährt, da auf Solotouren die Gefahr besteht, dass man zwar ein Handy dabei hat, es aber nicht mehr bedienen kann.
Nun, es mitzunehmen, schadet aber auf keinen Fall.
Lasst den Helm auch bergauf im Hochgebirge auf, es besteht die Gefahr von Steinschlag.
Eine heiße Birne ist besser als gar keine Birne.
Nehmt Euch gerade in dünner Luft Zeit und überfordert Euch nicht und lasst Euch nicht überfordern! (Reinhold Messner frug sich:“Is it possible to climb Mount Everrest, witout oxygene?“) Powern kann man auf Forststraßen, gerade Singletrails im Hochgebirge erfordern den ganzen Kerl / die ganze Frau.
Wenn Ihr noch mehr wissen wollt, schaut mal auf der Heimatseite des Deutschen Alpenvereins (www.dav-summit-club.de)
9.Habt Ihr ganz wilde Sachen vor (so mit dem Bike zur Isarquelle oder durchs wilde Sachsistan), dann ist es hilfreich, sich vorher schon mal da reinzufühlen und zumindest das Zelt / das Tarp mal aufgebaut zu haben und im Freien gepennt zu haben.
Auch der Umgang mit dem Kocher will geübt sein.
Und lasst Euch nicht von irgendwelchen Schlaubergern verkaufen, was für harte Kerle sie sind, weil sie ja mit einer Socke bekleidet durch Grönland getourt sind und fahrt los mit einer Alditüte und zwei Stangen Porree, um die noch zu übertrumpfen.
Nehmt mit, was für Euren Komfort wichtig ist, was Ihr für wichtig erachtet.
Ihr müsst es schleppen, und Ihr werdet sehr schnell Erfahrungen sammeln, ob das nun sinnvoll war oder nicht.
Bei Wildnistouren ist das Ganze natürlich ein wenig arg fies, deswegen solltet Ihr nicht unbedingt den ´Herrn der Ringe´ samt Anhang als Gutenachtlektüre mitnehmen. Fangt bei den essentiell wichtigen Dingen an, die da sind:
Trinken
Essen
Erste Hilfe und Survival
Werkzeug
Warme Kleidung
Schlafsack und Isomatte
Wechselkleidung und Unterwäsche
Evtl. Zelt oder Tarp mit Zubehör
Erst dann: Ausgehkleidung, Mode-Acessoires, Radio, Walkman, Fluxkompensator