Servizio della forcella ammortizzata Marzocchi Zl (1997'er Nordhang Zu‑Spät‑Lese)
Öhm, ich hab letztens meine Z1 auseinandergenommen, und so hab ich's gemacht:
Du brauchst
1 Schraubendreher Flachschlitz mittelgroß
1 " brachial
Hälfte einer Wa Pu Za ohne Riffelung (evtl. abschleifen)
1 Innensechskant 1,5 mm
1 Innensechskant 5 mm
1 Knarre mit Verlängerung & Nuß 15 mm
1 Metermaßstab (Zollstock)
Dichtungen, Führungen
1 Kanne Gabelöl (kein Universalöl oder Motoröl, keine Bremsflüssigkeit, kein Öl auf Silikonbasis, kein herkömmliches Hydrauliköl) 0 W, 2.5W, 3.5 W, 5 W, 7.5 W, 10 W
Das `W' gibt die Viskosität an, 0 W ist am flüssigsten = die Gabel spricht gut an, kann aber evtl. in der Druckstufe unterdämpft sein, was Durchschläge provozieren kann, 10 W sollten nur ganz furchtbar schwere Kerls mit richtig dicken Ärschen nehmen, die einen, sagen wir mal, etwas bäurischen Fahrstil pflegen, also nix für ein kleines Salat - Gazellchen.
Ich, 78kg, des Bunnyhops mächtig, bevorzuge 5 W, wobei ein Kompromiss erreicht ist zwischen Durchschlagssicherheit (Gabel schlägt nur manchmal durch, wenn man eine Stufe springt und bei starken Kompressionen) und gutem Ansprechverhalten.
Ich fahre zudem die rot codierten Pro‑Wind‑Federn (progressive Wicklung), die mittlere Federhärte.
Man kann mit einer größeren Viskosität des Öls teilweise eine höhere Federhärte kompensieren, was den Vorteil hat, daß eine härtere Feder weniger vorgespannt werden muss (die Feder sollte niemals mehr als drei Umdrehungen vorgespannt werden) Ich fahre die Feder ohne Vorspannung, die Druckstufe momentan 5 Umdrehungen offen und die Zugstufe 3.5 Umdrehungen offen.
Ist eine Viskosität nicht zu haben, kann man sie sich selber mixen, indem man zwei benachbarte Viskositäten zusammenkippt. ( 3.5 W + 7.5 W = 5W )
‑Löse die Vorspannung der Federn ganz, ehe Du beginnst und öffne Druck‑ und Zugstufe bis zum Anschlag.
‑ Nimm die Sprengringe, die die Standrohre gegen Verrutschen in der (geschraubten) Gabelkrone sichern mit Hilfe eines Schraubendrehers (Flachschlitz) ab.
‑löse die Verschraubung der Gabelkrone mit dem 5 mm‑ Inbus
‑ ziehe die Standrohre aus der Gabelbrücke
‑ löse die 1.5 mm Inbus‑Madenschraube an den Verstellschrauben der Federvorspannung
‑ Nimm die Verstellknöpfe ab.
‑ Darunter befindet sich je ein Sprengring, entferne ihn möglichst so, dass er erstens wiederzuverwenden ist (Nur Techno‑Weenies kaufen neue, am besten bei Klein für 149,76 DM) und zweitens nicht in den unendlichen Weiten des Kellerbodens verschwindet.
‑ Die Kappen der Standrohre können mit einem 26 mm Maul/Ringschlüssel gelöst werden, sind aber meistens nur handfest angezogen, was sehr zur Erhaltung repräsentativer Oberflächen beiträgt; hier gilt Halt, keine Gewalt!!!
‑ Schraube die Kappen ab.
‑Und `FUMP`, es entschwindet die Verstellung der Dämpfung in den unergründlichen Tiefen der Gabel.
Dat is scheißejal, denn den Kolben kriegen wir auch noch.
‑ Entferne die Vorspannhülsen und ‑schrauben aus der Gabel, entferne den Kunststoff‑Federteller, nimm die Federn heraus.
‑ Kippe den ganzen Öl‑Ranz in einen Bottich, und von dem Bottich in ein entsprechend gekennzeichnetes, geschlossenes Gefäß (Niemals Gabelöl o.Ä. in Lebensmittel‑Behältnissen aufbewahren, auch wenn diese nicht mehr als solche benutzt werden, etwa eine Mineralwasser oder Colaflasche! !), das Du zur nächsten Altöl‑ Annahmestelle bringst (Nix mit aufe Straße kippen, nicht wahr???)
‑ Löse die Muttern im Hohlraum unten oberhalb der Ausfallenden mit der 15 mm‑ Nuß
‑ schiebe die Tauchrohre und Standrohre ineinander und nimm die Kolben der Dämpfung vorsichtig heraus (Achtung, filigran!)
‑entferne die kleinen Federn des Negativfederwegs
‑ nimm die Gabel auseinander (ziehe die Standrohre heraus)
‑ voila, dies sind die Dichtungen und Führungen, drinnen, auch. Wenn die auf sind, nimm den Brachialschraubenzieher, setze ihn VORSICHTIG an und heble die obere (Staub)Dichtung in einem einzigen, weniger vorsichtigen, aber doch bedachten Akt heraus, wobei Du darauf achten mußt, nicht die Wandung der Gabel zu beschädigen. Plopp, da fliegt sie.
‑ Nimm nun den kleinen Schraubendreher und entferne den Sprengring, der die Öldichtung in der Gabel sichert.
(Wie, den siehst Du nicht? Kratz mal den Peek beiseite, dat is' der Metallring da drinne) Vorsicht auch hier mit der Wandung!!!
‑ Nimm nun die Wasserpumpenzangenhälfte und heble vorsichtigst die Öldichtung heraus.
Dir ist hoffentlich klar, daß Du jetzt beide Dichtungen erneuern mußt, da sie durch das Heraushebeln ihre Funktion nicht mehr wahrnehmen können.
‑ Et voila, dat sind die Führungen.
Kucken auch, ob sie Einlaufspuren zeigen. Wenn ja, ziehe sie mit Zeige‑und Stinkefinger heraus. Normal ist da eine Teflonschicht drauf. Ist diese nicht mehr intakt oder gar nicht mehr vorhanden, muß die Führung erneuert werden, da es sonst Rattermarken auf der Gleitfläche der Standrohre gibt, die dann etwas komisch eintauchen und Slip‑Stick zeigen (Ruckelnd einfedern).
‑ Nun nimm einen sauberen, weichen Lappen, säubere alle Teile, wobei Du den Dämpfungskolben besondere Aufmerksamkeit schenken solltest; entleere sie völlig. Besorge Dir O W‑ Öl und ziehe die Kolben darin auf wie eine Spritze; pumpe solange, bis das Öl gänzlich sauber ist, das austritt (Natürlich sollteste du nicht alles auf einmal in einen Bottich gießen, um nix zu verschwenden)
Mit dem 0 W Öl kannst Du hernach Folgendes veranstalten; laß es in einem durchsichtigen Gefäß stehen, bis sich die Feststoffe darin absetzen, dekantiere es vorsichtig und entsorge nur das Öl, das wirklich schmutzig bleibt. Auf diese Weise kannst Du Öl sparen.
Ziehe schließlich die Kolben mit 5 W ‑Öl auf und lege sie mit dem Austrittsloch nach oben.
‑ setze nun die Führungen und die Dichtungen ein; sei besonders vorsichtig bei den Dichtungen, diese nicht zu beschädigen (eine krumme Dichtung kann gleich auf den Müll). Wenn es gar nicht ohne Werkzeug geht, benutze einen Lappen als Unterlage.
Achte darauf, daß die Dichtungen gerade sitzen und nicht verkanten.
‑ Furkel den ganzen Schmonz wie beschrieben wieder zusammen, wobei Du beim Zusammenbau besonders darauf achten solltest, vor dem Zusammenschrauben die Kolben der Dämpfung in den Kappen mit den Sprengringen zu sichern.
Kipp das 5 W Öl nach Zusammenschrauben der Tauch und Standrohre hinein, Füllhöhe ca. 50‑ 58 mm; mehr Füllhöhe= mehr Dämpfung
‑ Befeuchte die Staubdichtungen mit 0 W oder Brunox oder Krytech
‑ Stell den Hobel ein paar Stunden auf den Kopf
‑ Fasse nun die Tauchrohre an der Versteifungsbrücke und zieh die zusammengebaute Gabel in den Negativfederweg
‑ Stell die Zugstufe ein: Drücke die Gabel mit aller Kraft zusammen und lasse sie ruckartig los. Stell die Dämpfung so ein, daß die Gabel gerade nicht mehr nachspringt beim Loslassen.
‑ Stell die Druckstufe ein in Zusammenhang mit der Federvorspannung, daß die Gabel ca. 20 mm bei 100 + 5 mm Federweg einfedert, wenn du bräsig mit der Bauernpfanne im Sattel sitzt. (Ein Kabelbinder um die Standrohre tut Wunder, um den Federweg abzuschätzen)
‑ Checke die Einstellung der Zugstufe, indem Du mit steifen Armen über eine (abgesenkte) Bordsteinkante rollst. Das Vorderrad darf dabei nicht springen, sondern muß den Stoß, ohne zu wippen, absorbieren. ‑ Fahre Deine Hausstrecke ab; springe eine Stufe oder fahre eine Kompression, von der Du weißt, daß die Gabel dort an ihr Limit kommt. Justiere dort die Druckstufe so, daß die Gabel gerade noch nicht durchschlägt. ‑ Beobachte den Kabelbinder am Standrohr.
Nutzt Du den Federweg aus?
Schlägt die Gabel oft durch?
Dann ist Zeit für eine härtere Feder. ‑ Säubere nach jeder Schlammtour die Standrohre mit einem Brunox‑getränkten Lappen, ziehe evtl Booties (Lizard Skins, Speed Stuff) in Betracht. Achtung: Booties fressen 15 mm Federweg!!! Habe viel Spaß und immer eine Handbreit Dreck unter den Reifen (oder Luft, je nachdem)
Markus Franke